02/02/2010:
Die Wiederverwendung von Materialien aus Elektro- und Elektronikaltgeräten ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Rohstoffversorgung der produzierenden Industrie geworden. Deshalb dürfe die Rückführung von Elektro- und Elektronikaltgeräten aus heutiger Sicht nicht mehr als Entsorgungsproblem gesehen werden, sagte Andreas Habel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) anlässlich des 8. Elektronik-Altgeräte-Tages in Düsseldorf.
Habel machte darauf aufmerksam, dass sekundäre Rohstoffe aus Elektro- und Elektronikaltgeräten in einigen Bereichen die einzige heimische Rohstoffquelle bilden. Dazu zählen Metalle wie Kupfer, Edelmetalle wie Gold oder die so genannten seltenen Erden. Durch das Recycling zurückgewonnener Metalle und Edelmetalle sind nach seinen Angaben erhebliche Einsparungen beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) möglich. So könne bei der Rückgewinnung von Kupfer rund 1,2 Tonnen CO2 gegenüber der Primärproduktion eingespart werden – eine Ersparnis von 41 Prozent.
Aluminium könne sogar nahezu verlustfrei recycelt werden, machte Habel deutlich. Während der Rückgewinnung würden im Recyclingprozess 11,1 Tonnen CO2 pro Tonne Aluminium eingespart, was einer Einsparung von 94 Prozent gegenüber der Primärproduktion sei. Die Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen sei daher aktiver Klimaschutz. Habel: "Die Rückführung von Elektronikaltgeräten darf aus heutiger Sicht nicht mehr als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern als unverzichtbaren Teil der Rohstoffversorgung für die produzierende Industrie. Sie ist zugleich zur Tragsäule einer CO2-armen Produktion geworden."
Die EU-Altgeräte-Richtlinie, die gegenwärtig in der Novellierungsphase ist, ruft bei Politikern unterschiedliche Reaktionen hervor. So unterstützt der Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz den Vorschlag der EU-Kommission bis 2016 eine Sammelquote von 65 Prozent einzuführen. Dagegen bezweifelt Dr. Thomas Rummler vom Bundesumweltministerium, dass dieses Ziel erreicht werden könne. Er plädierte für eine realistische Größe und nannte eine Sammelquote von 50 Prozent bis 2016 und 65 Prozent bis 2020.
Das Thema Recycling gehört auch zu den Schwerpunkten der Leipziger Fachmesse TerraTec. Sie ist 2011 (25. bis 27. Januar) die einzige Umweltfachmesse in Deutschland mit einem breit gefächerten Angebotsspektrum. Vor allem für die Branchen Abwasser/Wasser, Abfall/Recycling, Boden sowie Mess-, Regel- und Prozessleittechnik. Im Messeverbund mit der enertec – Internationale Fachmesse für Energie – präsentiert sich die Ver- und Entsorgungsbranche unter einem Dach.
(Quelle: bvse, Leipziger Messe)