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    Nachricht vom 08.10.13 | Die 66

    Die 66: Wunschoma trifft Wunschenkel

    Der Leipziger Verein Senioren- und Familienselbsthilfe e.V. vermittelt Menschen 50plus zur Betreuung von Kindern

    Karla Töpfer ist 61 Jahre alt. Vor gut fünf Jahren verlor sie ihre Arbeit und suchte so eine neue Herausforderung. Durch Zufall entdeckte sie das Projekt Leihgroßeltern des Vereins der Senioren und Familienhilfe (SEFA). Seit dem ist Karla Töpfer Wunschoma. "Wunschoma, da wir Wünsche erfüllen, also Zeit haben zum gemeinsamen Spielen, Lernen oder die Stadt erkunden – so hat es mein Wunschenkelkind einmal zu mir gesagt", erklärt Karla Töpfer. Sie ist mittlerweile Vorsitzende des SEFA e.V., der jährlich zahlreiche Familien mit Großmüttern und Großvätern zusammenbringt. Zur "Die 66" (25. bis 27. Oktober) präsentiert sie das Angebot.

    Den Großelterndienst gibt es seit 2001 in Leipzig. Seither wurden Wunschgroßeltern an mehr als 650 Familien vermittelt. Die Anregung für das Projekt kam aus Berlin. "Dort gab es Leihgroßeltern schon seit einiger Zeit", erläutert Karla Töpfer. Das Prinzip ist schnell erklärt: Für junge Familien oder Alleinerziehende ist es oft schwer, die alltäglichen Herausforderungen zwischen Arbeit, Freizeit und Bildung unter einen Hut zu bekommen. Eigene Großeltern wohnen zu weit weg oder stehen selbst noch voll im Berufsleben. Im Gegenzug suchen ältere Menschen eine Aufgabe, um sich im Alltag einzubringen. Hier greift das Konzept der Wunschgroßeltern. "Wir möchten dazu beitragen, dass sich langfristige Beziehungen zwischen den verschiedenen Generationen entwickeln. Für Großeltern ist es spannend, den Jüngeren nah zu sein. Kinder lernen aus der Erfahrung der Großeltern", erklärt Karla Töpfer. Sie selbst hat einen Sohn und eine Tochter, die jedoch beide viele Kilometer von Leipzig entfernt leben. Umso glücklicher ist sie über ihr Wunschenkelkind. "Ich habe das Gefühl, ein Stück Familie dazuzubekommen, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben und etwas von der Generation mitzubekommen."

    Die Betreuung der Wunschenkel reicht von einer bis zu sechs Stunden pro Woche. Der genaue Aufwand wird aber immer individuell abgestimmt. Mit einem geringen Beitrag werden die Großeltern entlohnt. "Wir sind kein klassischer Babysitterdienst. Das Geld ist eher eine Aufwandsentschädigung, um die Anfahrt zu zahlen, dem Kind mal ein Eis zu kaufen oder ins Museum zu gehen", betont Karla Töpfer. Gerade die inhaltliche Gestaltung der gemeinsamen Zeit ist ihr wichtig. "Ich versuche mit den Kindern das zu unternehmen, wofür die Eltern neben dem Alltag einfach zu wenig Zeit haben."

    Das Konzept kommt gut an. Zurzeit werden 90 Familien von 85 Wunschgroßeltern betreut. Gesucht werden noch viel mehr. "Auf unserer Warteliste stehen rund hundert Familien, die eine Wunschoma suchen." Wer selbst helfen will, kann sich an den SEFA e.V. wenden. Hier werden die jeweiligen Wünsche und Besonderheiten der Kinder, Eltern und auch Großeltern in persönlichen Gesprächen ermittelt und auf dieser Grundlage passende Partner gesucht. Unter Moderation des Projektleiters lernen sich schließlich Familien und Wunschgroßeltern kennen. Anschließend folgt eine sechswöchige Probezeit. "Dort wird getestet, ob Chemie und Sympathie stimmen." Die Beziehung von Wunschgroßeltern und -enkeln hält oft über Jahre. "Einige sind sogar schon zusammen in den Urlaub gefahren", erinnert sich Karla Töpfer. "Ein Ehepaar wurde sogar einmal gefragt, ob sie mit der Familie zusammen nach München ziehen."

    Neben den Wunschgroßeltern organisiert der SEFA e.V. einen Besuchsdienst für Ältere und Behinderte. Dabei besuchen ehrenamtliche Helfer vor allem ältere Menschen, um sie vor der Vereinsamung zu bewahren. Darüber hinaus finden kulturelle Aktivitäten, Spielenachmittage, Bowlingtreffen und andere gesellschaftliche Ereignisse mit dem Verein statt. Infos zu den Wunschgroßeltern und weiteren Veranstaltungen bietet der SEFA e.V. ( www.sefa-leipzig.de) auf der "Die 66" vom 25. bis 27. Oktober in Halle 1, F06.

    Großelterndienste gibt es auch in anderen Städten, unter anderem in Erfurt ( www.grosselterndienst-erfurt.de/), in Halle ( www.kinderschutzbund-halle.de/famoos) und in Dresden ( www.drk-dresden.de/angebote/sozialservice).


    Ansprechpartner für die Presse

    PR / Pressesprecher
    Frau Julia Lücke
    Telefon: +49 341 678 65 55
    Fax: +49 341 678 16 65 55
    E-Mail: j.luecke@leipziger-messe.de


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