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    Nachricht vom 09.03.16 | OTWorld

    OTWorld 2016: Was bringen Hightech-Hilfsmittel?

    Alltagsnutzen von Robotik, Bionik und Neuroprothetik im Mittelpunkt

    Exoskelette der neuesten Generation, innovative Prothesensteuerungen sowie den Stand der Forschung bei Brain Computer Interfaces präsentieren Wissenschaftler, Entwickler und Hersteller auf der OTWorld 2016 vom 3. bis 6. Mai in Leipzig. Hochkarätige Symposien im Weltkongress stellen praktische Erfahrungen in der Patientenversorgung sowie Anforderungen an Hightech-Hilfsmittel ins Zentrum. Zu den Themen gehören die Rehabilitationsmöglichkeiten mit Exoskeletten genauso wie jüngste Fortschritte der Handprothesensteuerung. Know-how für die Zukunft zeigen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstitute auf dem Gemeinschaftsstand Campus der Weltleitmesse, zudem stellen Unternehmen im Innovationsforum aktuelle Ergebnisse ihrer Entwicklungsabteilungen vor.

    „Exoskelette haben eine rasante Entwicklung erlebt und an Bekanntheit gewonnen. Auf der OTWorld werden die neuesten Modelle vorgestellt sowie die praktischen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie kritisch diskutiert“, unterstreicht Stefan Bieringer, Direktor der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (BUFA) in Dortmund, Mitglied des Kurs-Komitees der OTWorld und Chair des Symposiums „Exoskelette, was geht derzeit?“ (4. Mai, 11.00 Uhr). „Die Fachbesucher erhalten Informationen aus erster Hand, wie Exoskelette bislang in die Therapie eingebunden werden, welche Ergebnisse dies bringt und wo künftige Chancen liegen“, erläutert Bieringer den Fokus der Veranstaltung. Das Symposium findet im Offenen Forum statt und ist damit für Besucher von Weltkongress und Weltleitmesse gleichermaßen zugänglich.

    Funktioniert die Schnittstelle Mensch-Maschine?

    Zurzeit seien etwa fünf Exoskelett-Systeme auf dem deutschen Markt verfügbar, schätzt der BUFA-Direktor. Rund 15 bis 20 Rehakliniken nutzten diese Technik inzwischen. Für einen Bericht über ihre Erfahrungen beim Einsatz der Geräte in der Rehabilitation wurde daher zum Beispiel Annett Gillner von der BDH-Klinik Greifswald, Neurologisches Rehabilitationszentrum und Querschnittgelähmtenzentrum eingeladen.

    „Nach wie vor ist die Studienlage auf dem Gebiet der Exoskelette dünn und wir möchten auf der OTWorld Impulse geben, um die Forschungsarbeit zu verstärken“, so Bieringer. „Außerdem werden wir die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine beleuchten.“ Interessante Anregungen seien unter anderem vom Vortrag „Brain-Computer-Interface bei Patienten nach Gehirnschlag“ im Rahmen des Exoskelett-Symposiums zu erwarten, verspricht er: „Dr. Ander Ramos Murguialday vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen erläutert, wie erworbene Lähmungen möglichst frühzeitig mithilfe externer Bewegungen therapiert werden können und welche Anforderungen dies an die Technik stellt.“ Des Weiteren nehme PD Dr. Gerhard Rinkenauer, Leiter der Arbeitsgruppe Moderne Mensch-Maschine-Systeme am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, den Nutzen von Exoskeletten bei Lähmung der oberen Extremität in den Blick, wie sie beispielsweise nach einem Schlaganfall auftreten könnte. „Er schildert den Forschungsstand beim Verbundprojekt GripAssist, das ein sensomotorisches Assistenzsystem entwickelt. Dabei steuert ein Exoskelett die Greiffunktion zwischen Daumen und Zeigefinger“, erklärt Bieringer.

    Werden Exoskelette alltagstauglich?

    „Bisher werden Exoskelette vor allem als funktionelle Unterstützung der Physiotherapie in der Rehabilitation genutzt. Eine Dauerversorgung, die den Rollstuhl ersetzt und den ganzen Tag getragen werden kann, sind sie nicht“, stellt Bieringer fest. Durch die Fortschritte bei der Elektromobilität und die damit verbundene Verkleinerung der Batterien seien die Geräte aber schon heute leichter tragbar. „Bis zu Alltagsgeräten für breite Patientengruppen, mit denen sich lange Strecken zurücklegen lassen, ist es noch ein weiter Weg. Diese Entwicklung möchten wir auf der OTWorld darstellen.“

    Die Praxistauglichkeit von Exoskeletten steht ebenso im Mittelpunkt des Symposiums „Robotik in der Rehabilitation“ (4. Mai, 16.45 Uhr). „In den letzten fünf Jahren gab es einen Riesenhype“, konstatiert Dr.-Ing. Rüdiger Rupp, Leiter Experimentelle Neurorehabilitation an der Klinik für Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und einer der Vorsitzenden dieses Themenblocks. „Dabei entstand oft der Eindruck, zwischen den Systemen gebe es keine Unterschiede. Mein Vortrag betont die Besonderheiten, die den Anwendungsbereich der Geräte bestimmen. Wir zeigen, was sie können und welche Patientengruppen profitieren.“ So werde Dr. Mirko Aach vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH in Bochum über die Erfahrungen mit Exoskeletten zur Rehabilitation der Gehfunktion referieren und Trainingsresultate vorstellen, die von 2012 bis 2016 bei 75 Patienten mit Querschnittlähmung erzielt wurden. „Letztlich lassen sich die Systeme sehr gut in der Therapie nutzen, liefern jedoch keine besseren Ergebnisse als manuelle Methoden“, bemerkt Rupp. Von Robotern werde viel erwartet, für einen Rollstuhlersatz seien sie aber noch nicht autonom genug und ihr therapeutischer Zusatznutzen überschaubar.

    Aktuelle Exosklett-Modelle werden in der Weltleitmesse durch Firmen wie Parker Hanifin oder ReWalk Robotics/Argo Medical Technologies vorgestellt.

    Bionik: Fortschritte bei multifunktionalen Händen?

    „Prothesen, die sich genauso verhalten wie menschliche Hände – diesem Traum ist man in den vergangenen Jahren ein kleines Stück näher gekommen“, hebt Rupp hervor. Gemeinsam mit Professor Dr. Dario Farina, Abteilung Neurorehabilitation Engineering der Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften, hat Rupp den Vorsitz beim Symposium „Handprothesensteuerung: Jüngste Fortschritte“ (4. Mai, 11.00 Uhr) inne. „Wir richten den Fokus auf nutzerzentriertes Design und konkrete Ergebnisse am Patienten“, kündigt Rupp an.

    Bislang sei die Entwicklung von Brain Computer Interfaces sehr technologieorientiert vorangetrieben worden. „Wir möchten Fragen zur Alltagstauglichkeit dieser Technologien beantworten.“ Zum Beispiel werde Boris Bertram, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg, auf den Stand der Technik bei Versorgungen der Arm- und Hand-Amputierten eingehen: „Wir erhoffen uns eine kontroverse Debatte, die den Unterschied zwischen theoretischer Machbarkeit und Regelversorgung aufzeigt. Gerade Brain Computer Interfaces werden oft an gesunden Probanden erforscht, aber bei Patienten funktioniert dann alles wesentlich schlechter, da sich deren für die Bewegung zuständigen Gehirnareale aufgrund von Lähmungen verändern“, sagt Rupp. „Wir brauchen mehr Studien und ein genaueres Verständnis der Neurophysiologie des Gehirns – das sind die Herausforderungen der Zukunft.“

    Neue Forschungsergebnisse, verbunden mit praktischen Anwendungen, erwarten die Teilnehmer auch in den weiteren Kursen, Symposien, diskursiven Formaten sowie Keynotes des Weltkongresses. So stellen international besetzte Kurse den „Fortschritt bei Prothesenfüßen“ („Triff die Experten“, 4. Mai, 8.45 Uhr) sowie „Herausforderungen in der Partialhandprothetik“ (6. Mai, 8.45 Uhr) ins Zentrum. Über „Innovative Schafttechnologien in der Beinprothetik“ informiert ein spezielles Symposium (5. Mai, 15.00 Uhr) und Versorgungsbeispiele aus dem Bereich „Mikroprozessorgesteuerte Prothesen und Orthesen“ werden in „Wie wird versorgt“ im Offenen Forum thematisiert (6. Mai, 12.15 Uhr). Max Ortiz Catalan von der Chalmers University of Technology, Schweden, widmet sich in seiner Keynote neuartigen Therapien des Phantomschmerzes und ihren klinischen Ergebnissen (4. Mai, 10.00 Uhr).

    Weltleitmesse: Wirtschaft trifft Wissenschaft und Anwender

    In den Zukunftstechnologien liegt der Schwerpunkt im Bereich Forschung & Entwicklung der Weltleitmesse. Der Gemeinschaftsstand Campus vereint Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA oder die Fachhochschule Aachen. Im Innovationsforum geben Aussteller Einblicke in ihre Hightech-Forschungsprojekte – von Biomechanik und Bionik über Gehirn-Computer-Schnittstellen/Neuroimplantate bis zu innovativen Materialien.

    Über die OTWorld

    Der Weltkongress und die Internationale Fachmesse OTWorld wenden sich mit einem einzigartigen Angebot an Orthopädie-Techniker, Orthopädieschuhmacher, Reha-Techniker, Therapeuten und Ärzte, Ingenieure, den medizinischen Fachhandel und Mitarbeiter der Kostenträger. 2014 zog die OTWorld 20.400 Besucher aus über 80 Ländern sowie 548 Aussteller aus 37 Nationen an. Ideeller Träger der OTWorld ist der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik. Inhaber der Marke OTWorld und Veranstalter des Kongresses ist die Confairmed GmbH. Die Fachmesse verantwortet die Leipziger Messe GmbH.


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