Nachhaltigkeit: ökologisch, wirtschaftlich, sozial
Ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte spielen für die Leipziger Messe in unterschiedlichen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit eine Rolle. Unter dem Motto „Wachsen in Balance“ beschäftigen wir uns damit, wie wir diese Aspekte in Entscheidungen und Abläufen berücksichtigen können. Als Durchführer, Dienstleister und Partner internationaler Veranstaltungen betrifft das unter anderem den Umgang mit Ressourcen und Energie, die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern sowie soziale Aspekte unseres Geschäftsbetriebs.
Die Leipziger Messe ist seit 2009 nach dem internationalen Green-Globe-Standard zertifiziert. Nach mindestens 15 Jahren kontinuierlicher Zertifizierung wird der Platin-Status vergeben, den die Leipziger Messe seit 2023 trägt. 2026 wurde sie zum 17. Mal in Folge zertifiziert. Das aktuelle Zertifikat ist bis zum 15. Januar 2027 gültig. Die Zertifizierung bezieht sich auf das Messegelände der Leipziger Messe. Dabei werden ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch ein unabhängiges Audit überprüft.
Die „Sustainable Development Goals“, kurz SDGs, bilden für die Leipziger Messe einen Orientierungsrahmen bei der Einordnung ihrer Nachhaltigkeitsthemen. Die 17 Ziele der Vereinten Nationen beschreiben globale Handlungsfelder einer nachhaltigen Entwicklung.
Sechs SDGs dienen der Leipziger Messe als besondere Orientierung. Die folgenden Beispiele zeigen, welche Themen und Maßnahmen wir mit diesen Zielen verbinden:
- SDG 4 „Hochwertige Bildung“: Ausbildung, duales Studium und Berufsorientierung sowie Fort- und Weiterbildung
- SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“: Energieversorgung, erneuerbare Energien und Energiemanagement
- SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“: Arbeitsbedingungen, Beschäftigung und wirtschaftliche Effekte am Standort
- SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“: Betrieb und Weiterentwicklung der Veranstaltungsinfrastruktur
- SDG 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“: Umgang mit Ressourcen, Abfallmanagement und Beschaffung – auch in der Gastronomie
- SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“: Maßnahmen in den Bereichen Energie und Mobilität
Die Zuordnungen bilden nicht den vollständigen Inhalt der jeweiligen SDGs ab, sondern zeigen ausgewählte Anknüpfungspunkte zur Geschäftstätigkeit der Leipziger Messe.
Ökologische Verantwortung
Auf dem Messegelände setzt die Leipziger Messe verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung, Flächennutzung, Abfallmanagement, Beschaffung und Mobilität um. Dazu zählen begrünte Dächer und Flächen zur Regenwasserversickerung ebenso wie eigene Anlagen zur Energieerzeugung und Systeme zur Abfalltrennung. Angebote für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ergänzen die Maßnahmen.
Wirtschaftliche Verantwortung
Die Leipziger Messe ist als Arbeitgeber und Auftraggeber Teil des regionalen Wirtschaftsgeschehens. Wir bieten Arbeitsplätze und arbeiten mit Unternehmen und Dienstleistern aus der Region zusammen. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Veranstaltungsformate und Dienstleistungen kontinuierlich weiter und greifen dabei neue Anforderungen und Entwicklungen auf.
Soziale Verantwortung
Als Arbeitgeber bietet die Leipziger Messe eine tarifvertragliche Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle. Ausbildung sowie vielfältige Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung unterstützen die berufliche Entwicklung der Mitarbeitenden. Hinzu kommen Angebote des Gesundheitsmanagements und verschiedene Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Ökologische Maßnahmen auf dem Messegelände
Das Messegelände
Die Gebäude der Leipziger Messe sind in eine Parklandschaft mit dem Messe-See und rund 25.000 Bäumen eingebettet. Die begrünten Dächer des Verwaltungsgebäudes und des Congress Center Leipzig umfassen insgesamt 17.961 Quadratmeter und bieten unter anderem verschiedenen Libellen- und Schmetterlingsarten einen Lebensraum.
Die Begrünung kann zudem dazu beitragen, die Lebensdauer der Dachabdichtung zu verlängern, indem sie vor extremen Temperaturen und Witterungseinflüssen schützt. Auf den Messehallen unterstützt eine weiße Dachfolie den sommerlichen Wärmeschutz: Ihre helle Oberfläche reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlung und wirkt so einer starken Aufheizung der Dachflächen entgegen.
Auf dem Messegelände sind seit 2018 mehrere Bienenvölker angesiedelt, die von einer Imkerin aus der Region betreut werden. Große Teile des Messegeländes sind nicht versiegelt. Dadurch kann Regenwasser vor Ort versickern, zwischengespeichert werden oder verdunsten.
Abfall- & Ressourcenmanagement
Auf dem Gelände der Leipziger Messe stehen Vierkammerbehälter für die getrennte Sammlung unterschiedlicher Abfallarten bereit. Auch Aussteller können ihre Abfälle während der Veranstaltungen getrennt entsorgen. Hub-Kipp-Vorrichtungen und Müllpressen verdichten die gesammelten Abfälle und können so dazu beitragen, die Zahl der erforderlichen Abholfahrten zu verringern.
Bei der Beschaffung berücksichtigt die Leipziger Messe auch ökologische Kriterien. Dabei können nachgewiesene Umwelteigenschaften von Produkten und Dienstleistungen in die Bewertung von Angeboten einfließen. Die entsprechenden Kriterien sind in den internen Beschaffungsrichtlinien festgelegt.
Bei ausgewählten Werbemitteln verwendet die Leipziger Messe seit 2019 Materialien aus schnell nachwachsenden Rohstoffen. Dazu gehören beispielsweise Trinkbecher und Fächer.
Nachhaltigkeitspauschale
Die Leipziger Messe erhebt von ihren Ausstellern eine nach Messeart und Standmietfläche gestaffelte Nachhaltigkeitspauschale. Die Mittel werden für Leistungen und Maßnahmen rund um die Durchführung von Veranstaltungen und den Betrieb des Messegeländes eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung, Mobilität und Abfallmanagement.
Mobilität
Die gute Anbindung des Messegeländes an den öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht die Anreise mit Bus, Straßenbahn oder S-Bahn. In Zusammenarbeit mit den Leipziger Verkehrsbetrieben ist die An- und Abreise für Messebesucher bei vielen Veranstaltungen in ihrem Messeticket enthalten. Zudem gibt es spezielle Programme zur vergünstigten ÖPNV-Nutzung für Veranstalter und Teilnehmer von Kongressen. Auf dem Messegelände stehen zwei Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten für E-Fahrzeuge zur Verfügung. Am MAXiCOM befinden sich weitere drei Ladesäulen mit insgesamt sechs Ladepunkten. Vor dem Verwaltungsgebäude gibt es zudem eine Ladestation für E-Bike-Akkus.
Gastronomie
fairgourmet entwickelt die gastronomische Versorgung von Messe- und Kongressgästen kontinuierlich weiter. Dazu gehören unter anderem vegetarische Angebote und verschiedene Kriterien bei der Beschaffung.
Bei der Beschaffung berücksichtigt fairgourmet unterschiedliche Standards und Zertifizierungen. Ein Beispiel sind die bezogenen Filterkaffees und Kaffeebohnen, die seit 2013 nach den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung bio-zertifiziert sind. Auch die regionale Nähe fließt in die Auswahl von Lieferanten ein.
Wo es im Veranstaltungsbetrieb möglich ist, verwendet fairgourmet Mehrweggeschirr aus Porzellan, Besteck aus Edelstahl und Getränkeflaschen aus Glas. Bei Großveranstaltungen können aus logistischen Gründen auch Einweglösungen zum Einsatz kommen. Dabei werden unter anderem Produkte aus Zellulose, Zuckerrohrabfällen und biobasiertem Kunststoff verwendet.
2024 erhielt fairgourmet als erstes Gastronomieunternehmen einer Messegesellschaft die Zertifizierung GreenSign Gastro. Die Zertifizierung umfasst die Bereiche Management, Umwelt, Einkauf und Speisenangebot, Regionalität und Verkehr, soziale und wirtschaftliche Verantwortung sowie Qualitätsmanagement. Bestandteil des Zertifizierungsverfahrens waren eine Selbstbeurteilung und ein unabhängiges Audit vor Ort. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig.
Mehr Informationen auf der fairgourmet-Webseite.
Wirtschaftliche Verantwortung
Die Veranstaltungen der Leipziger Messe sind eng mit dem Standort verbunden. Als Unternehmensgruppe bringt sie sich zugleich aktiv in ihr Netzwerk ein und arbeitet mit Partnern an gemeinsamen Themen und Projekten.
Wirtschaftliche Effekte
Die Veranstaltungen der Leipziger Messe haben wirtschaftliche Auswirkungen über das Messegelände hinaus. Eine Studie des ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. aus dem Jahr 2015 untersuchte die wirtschaftlichen Effekte eines durchschnittlichen Veranstaltungsjahres der Leipziger Messe.
Nach den Berechnungen der Studie sind bundesweit rund 6.600 Arbeitsplätze mit der Geschäftstätigkeit der Leipziger Messe verbunden. Davon entfallen rund 4.700 auf den Freistaat Sachsen und rund 3.800 auf Leipzig. Die bundesweiten Kaufkrafteffekte wurden mit mehr als 656 Millionen Euro, die daraus resultierenden öffentlichen Einnahmen mit mehr als 120 Millionen Euro beziffert.
Darüber hinaus entstehen im Zusammenhang mit Messen und Kongressen Aufträge für Unternehmen. Für regionale Unternehmen bieten die Veranstaltungen zudem Möglichkeiten, mit nationalen und internationalen Kunden in Kontakt zu treten.
Hotelinitiative
Die Leipziger Messe arbeitet mit Partnerhotels in Leipzig zusammen, die Ausstellern, Besuchern und Veranstaltern Vorzugskonditionen für ihre Übernachtung anbieten. Dazu gehören je nach Hotel auch angepasste Stornierungsbedingungen. So stehen Gästen der Leipziger Messe verschiedene Angebote für die Planung ihres Aufenthalts in Leipzig zur Verfügung.
Soziale Verantwortung
Die Leipziger Messe schafft berufliche Perspektiven und bildet junge Menschen aus. Beim Start ins Berufsleben begleiten wir sie mit praktischer Erfahrung und fachlicher Unterstützung. Zugleich engagiert sich die Unternehmensgruppe mit ausgewählten Projekten und Partnerschaften in Leipzig und der Region.
Arbeiten bei der Leipziger Messe
Gute Arbeitsbedingungen zeigen sich in konkreten Angeboten. Bei der Leipziger Messe gehören dazu eine tarifvertragliche Vergütung, flexible Arbeitszeiten, Teilzeit- und Gleitzeitmodelle sowie die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Diese Angebote sollen es Mitarbeitenden erleichtern, berufliche und familiäre Anforderungen miteinander zu verbinden. Bei Bedarf unterstützt die Leipziger Messe außerdem bei der Vermittlung von Kita-Plätzen.
Verschiedene Gesundheitsangebote und eine betriebliche Altersvorsorge ergänzen die Leistungen für Mitarbeitende. Für den Arbeitsweg stehen unter anderem ein Job-Ticket der LVB sowie Fahrradleasing über JobRad zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es kostenfreie Mitarbeiterparkplätze sowie eine Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge.
Für die Zusammenarbeit im Unternehmen gibt der Verhaltenscodex gemeinsame Grundsätze vor. Dazu gehören ein respektvoller Umgang sowie gesetzeskonformes, ethisches, loyales und verantwortungsbewusstes Handeln.
Anspruchsvolle Aus- und Weiterbildung
Die Leipziger Messe Unternehmensgruppe bildet künftige Fachkräfte in sieben Berufen aus. Dazu kommen Praxisplätze für dual Studierende in drei Fachrichtungen. Praktikumsplätze für Schüler und Studierende in vielen Bereichen der Unternehmensgruppe runden das Ausbildungsangebot ab. Um jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen, beteiligt sich die Leipziger Messe an Berufsorientierungsangeboten wie dem „Girls’ Day“ und „Boys’ Day“ sowie an „SCHAU REIN! – Woche der offenen Unternehmen Sachsen“. Für die Beschäftigten gibt es regelmäßige Inhouse-Schulungen, unter anderem für Ersthelfer und Brandschutzhelfer, Arbeits- und Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance sowie zum Thema Vertrieb. Neben einem eigenen E-Learning-Portal wird die individuelle Nutzung von Lern-Apps unterstützt.
Gesellschaftliches Engagement
Die Leipziger Messe bringt sich über ihr Veranstaltungsgeschäft hinaus in Leipzig und der Region ein. Dazu zählen die Mitwirkung in Jurys und Initiativen wie dem Familienfreundlichkeitspreis und dem Public Value Award for Start-ups sowie die Beteiligung am „Runden Tisch Gemeinwohl“ der Stadt Leipzig. Kooperationen mit dem Ehrenamtspass und dem Leipziger Pass ermöglichen ermäßigten Zugang zu ausgewählten Veranstaltungen. Darüber hinaus arbeitet die Leipziger Messe mit sozialen Einrichtungen wie dem Christlichen Sozialwerk Leipzig und der Tafel Leipzig zusammen. Auch die Tochtergesellschaft fairgourmet GmbH unterstützt gemeinnützige Projekte und Organisationen wie Bärenherz Leipzig e.V.