Fast 530 Aussteller aus 34 Ländern: denkmal und MUTEC sind internationaler Treffpunkt für kulturelles Erbe
Leipzig wird vom 5. bis 7. November 2026 zum internationalen Treffpunkt für die Bewahrung und Vermittlung kulturellen Erbes. 529 Unternehmen, Verbände, Kammern und Institutionen präsentieren auf denkmal und MUTEC ihre Lösungen, Produkte und Ideen. Damit wächst der Messeverbund gegenüber 2024 weiter an. Das umfangreiche Fachprogramm mit fast 380 Programmpunkten auf beiden Veranstaltungen zeigt eine breite Themenvielfalt auf – von nachhaltigem Bauen im Bestand, Restaurierung und Archäologie über Digitalisierung und Schutz von Kulturgut bis zu inklusiver Vermittlung und Künstlicher Intelligenz.
Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe, ist mit Blick auf die Zahlen der denkmal und MUTEC hochzufrieden. Er berichtet: „denkmal und MUTEC sind gemeinsam die führenden Plattformen für die Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes in Europa. Mit 529 Ausstellern aus 34 Ländern geht der Messeverbund mit einem deutlichen Wachstum an den Start. Das ist ein starkes Zeichen für unsere Fachmessen und für die Relevanz der Branche. Wir freuen uns auf erfolgreiche Messetage.“, sagt Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Nach 499 Ausstellern aus 26 Ländern im Jahr 2024 verzeichne der Messeverbund ein deutliches Wachstum, so Geisenberger weiter. Die denkmal allein bringt 371 Aussteller aus 24 Ländern in die Messehalle, bei der MUTEC sind es 158 Aussteller aus 21 Ländern.
Die denkmal, Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, bündelt Fachwissen aus Handwerk, Restaurierung, Wissenschaft, Archäologie und Planung. Die MUTEC als Internationale Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik bringt Lösungen für das Bewahren, Ausstellen und Vermitteln zusammen. Beide Veranstaltungen verbinden eine vielfältige Ausstellung mit einem breit gefächerten Fachprogramm zu aktuellen Herausforderungen rund um das kulturelle Erbe.
denkmal: Expertise und neue Perspektiven
Neu bei der denkmal ist der Ausstellungsbereich Archäologie, der in Kooperation mit CIfA Deutschland erstmals die Bodendenkmalpflege als eigenständigen Schwerpunkt in die denkmal einbindet. Dabei geht es auch um die Herausforderungen der Energiewende: Bei Planung und Bau großer Infrastrukturvorhaben, etwa von Energietrassen, gewinnen archäologische Untersuchungen zunehmend an Bedeutung. Internationale Perspektiven eröffnet zudem die Präsentation zum kulturellen Erbe Grönlands und zu den Verbindungen der Herrnhuter Brüdergemeine nach Nuuk.
Den Blick auf traditionelle Handwerkstechniken richtet das „Europäische Mosaik der Praktikerinnen und Praktiker der Denkmalpflege“. Zehn Fachleute aus zehn europäischen Regionen – von Grönland bis zur Ukraine, von Litauen bis Armenien – demonstrieren traditionelle Handwerkstechniken und Konservierungsverfahren. Die Präsentation macht sichtbar, wie vielfältig europäisches Kulturerbe ist und wie wichtig es ist, gefährdetes Wissen an künftige Generationen weiterzugeben.
Preisverleihungen der denkmal und MUTEC
Am Freitag, dem 6. November, werden die Goldmedaillen der denkmal und der MUTEC Award verliehen. Um 12 Uhr werden im denkmal-FORUM in Halle 2 fünf Aussteller mit der denkmal die Goldmedaille ausgezeichnet. Eine unabhängige Fachjury hat dafür 16 Nominierte aus insgesamt 58 Bewerbungen ausgewählt. Die Nominierten unterstreichen die Vielfalt aktueller Denkmalpflege: von der Restaurierung bedeutender historischer Objekte über innovative Materialien und digitale Anwendungen bis zur Sicherung traditioneller Handwerkskompetenzen, Nachwuchsgewinnung und bürgerschaftlichem Engagement.
Um 13 Uhr folgt im MUTEC-Forum in Halle 4 die Verleihung des MUTEC Award 2026. Aus zwölf nominierten Ausstellungsprojekten wählt die Jury drei gleichrangige Preisträger aus; jedes Projekt erhält ein Preisgeld von 1.500 Euro. Prämiert werden herausragende Ausstellungsprojekte in Museums- und Ausstellungshäusern im deutschsprachigen Raum.
Ebenfalls am Freitag werden die besten Arbeiten der 14. Messeakademie prämiert. Der bundesweite Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens. Sie entwickelten Konzepte für vier denkmalgeschützte Objekte in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Eine Fachjury wählt die zehn überzeugendsten Entwürfe für die öffentliche Präsentation aus und vergibt drei Preise im Gesamtwert von 1.500 Euro.
MUTEC: Internationale Impulse für Museen und Ausstellungen
Die MUTEC zeigt, wie Museen, Archive, Bibliotheken, Science Center und andere Kultureinrichtungen ihre Aufgaben zukunftsfähig gestalten können. Die internationale Ausstellerstruktur reicht von europäischen Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz, Dänemark, Italien, Polen, Frankreich und den Niederlanden bis nach China, Kanada, Japan, Finnland und in die USA. Damit wird die MUTEC zur Plattform für den internationalen Austausch über Lösungen für Bewahrung, Ausstellung und Vermittlung.
Auch das Fachprogramm greift internationale Zusammenarbeit auf. So stellt beispielsweise das Netzwerk GreenMuseumHub seine Kooperation zwischen Deutschland, Ägypten und Tunesien vor. Die daraus entstandene Pop-up-Ausstellung „We Wanna Live!“ ist auf der MUTEC zu erleben und zeigt mehrsprachig Ansätze für Ressourcenschonung, die Verringerung digitaler CO₂-Fußabdrücke und gesellschaftliche Teilhabe. Sarah Kenderdine, Professorin an der École polytechnique fédérale de Lausanne in der Schweiz, spricht über Computational Museology. In ihrem Vortrag gibt sie Antworten auf die Frage, welche neuen Zugänge KI zu Sammlungen und Ausstellungen schafft und was „Cultural Deepfakes“ für die Museumswelt bedeuten.
Die um eine Pitch Area erweiterte Aktionsfläche in Halle 4 macht Museumstechnik unmittelbar erlebbar: von Robotik und interaktiven Anwendungen über taktile Exponate für inklusive Vermittlung bis zu KI-gestützten Formaten und Lösungen für Sammlung und Depot. In der angeschlossenen Pitch Area erläutern Aussteller ihre Produkte und Projekte im direkten Austausch.
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