30 Jahre neues Messegelände: Eine Entscheidung für die Zukunft
Seit 30 Jahren prägt das neue Messegelände im Leipziger Norden den Messe- und Kongressstandort Leipzig. Wo am 12. April 1996 ein neues Kapitel der Leipziger Messegeschichte begann, treffen heute Menschen aus aller Welt bei Messen, Kongressen sowie Sport- und Kulturevents zusammen. Das Jubiläum bietet Gelegenheit, auf drei bewegte Jahrzehnte zurückzublicken – und den Blick zugleich nach vorn zu richten.
Als das neue Messegelände vor 30 Jahren eröffnet wurde, stand dahinter eine weitreichende Entscheidung für die Zukunft des Messestandorts Leipzig. Nach der deutschen Wiedervereinigung ging die Zeit der großen Universalmessen zu Ende. Zugleich entsprach die vorhandene Infrastruktur nicht mehr den Anforderungen eines modernen Messegeschäfts. Statt einer aufwendigen Sanierung entstand die Idee für einen Neubau im Norden der Stadt – mit guter Anbindung an Fernverkehr und Stadtzentrum.
Im August 1991 wurde der Neubau beschlossen. Ein halbes Jahr später erhielt der Entwurf des Architektenbüros von Gerkan, Marg und Partner den Zuschlag. 1993 wurde der Grundstein gelegt. Nur wenige Jahre später war eines der größten Infrastruktur- und Aufbauprojekte in Nachwende-Ostdeutschland vollendet: Am 12. April 1996 wurde das neue Messegelände feierlich eröffnet.
Architektur, die zum Wahrzeichen wurde
Bis heute prägt die besondere Architektur das Erscheinungsbild des Geländes. Architekt Volkwin Marg orientierte sich bei seiner Konzeption an einer klaren, metrisch gebauten Komposition – vergleichbar mit einer Partitur von Johann Sebastian Bach.
Ihr weithin sichtbares Herzstück ist die Glashalle. 25.000 Quadratmeter Glas überspannen den 30 Meter hohen, 238 Meter langen und 80 Meter breiten Bau. Umgeben wird sie von fünf Messehallen, dem Congress Center Leipzig und dem Verwaltungsgebäude der Leipziger Messe. Glasröhren verbinden die Gebäude miteinander, die zugleich unabhängig voneinander genutzt werden können. Hinzu kommen 111.900 Quadratmeter überdachte Ausstellungsfläche und 70.000 Quadratmeter Freigelände.
Zeitgenössische Kunst und die Einbettung der Gebäude in eine Parklandschaft ergänzen die Architektur. So verbindet das Gelände Bau- und Ingenieurskunst mit Landschafts- und Gartenkunst. Die Glashalle ist längst zu einem Wahrzeichen Leipzigs geworden.
Ein neuer Ort für Messen, Kongresse und Veranstaltungen
Schon die ersten Monate zeigten, welche Möglichkeiten das neue Gelände eröffnete. Zur Auto Mobil International kamen 255.000 Besucher in die neuen Hallen. Insgesamt besuchten im ersten Jahr rund 1,4 Millionen Gäste Messen, Kongresse und Veranstaltungen auf dem Gelände.
In den folgenden Jahren entstanden neue Fach- und Publikumsmessen oder wurden nach Leipzig geholt. Veranstaltungsmarken wie HAUS-GARTEN-FREIZEIT, Hobbymesse Leipzig, HANDWERK live, Leipziger Tierärztekongress, denkmal, CADEAUX Leipzig, Intec und therapie LEIPZIG stehen exemplarisch für diese Entwicklung. Die Leipziger Buchmesse knüpft an ihre lange Tradition an und bildet gemeinsam mit dem Lesefestival Leipzig liest ein jährliches Branchenhighlight.
Gleichzeitig kamen neue Formate und Zielgruppen hinzu. 2002 startete die Games Convention, 2014 erstmals die Manga-Comic-Con parallel zur Leipziger Buchmesse. Auch Gastveranstalter nutzen die Möglichkeiten des Geländes: So wechselten unter anderem die Touristik & Caravaning und die Landwirtschaftsausstellung agra auf das neue Messegelände.
Impuls für den Kongressstandort Leipzig
Mit der Eröffnung des Messegeländes begann 1996 zugleich ein neues Kapitel für das internationale Tagungsgeschäft in Leipzig. Das Congress Center Leipzig (CCL) wurde als eines der modernsten Kongresszentren Europas eröffnet. Seine 23 multifunktionalen Säle und Räume bieten Platz für bis zu 3.700 Teilnehmer. Gemeinsam mit den benachbarten Messehallen lassen sich die Kapazitäten auf weit mehr als 10.000 Tagungsteilnehmer erweitern.
Bereits im ersten Jahr kamen mehr als 56.000 Teilnehmer zu Fachkongressen ins CCL. Seit 2008 richtet beispielsweise das International Transport Forum der OECD seinen Annual Summit hier aus.
Eng verbunden mit Leipzig und der Region
Die Entwicklung des Messegeländes reicht weit über seine Hallen und Veranstaltungsräume hinaus. Bereits im ersten Jahr zeigte sich die wirtschaftliche Bedeutung für die Region: Hotels und Gastronomie, Handwerksbetriebe, Dienstleister und Einzelhandel profitierten von den Gästen und Veranstaltungen.
Diese Verbindung von Messe, Stadt und Region war bereits bei der Eröffnung sichtbar. 2.500 internationale Gäste erlebten am 12. April 1996 die feierliche Einweihung. Bundespräsident Roman Herzog hielt die Eröffnungsrede, das Gewandhausorchester unter Leitung von Kurt Masur sorgte für die musikalische Begleitung in der Glashalle.
30 Jahre – und der Blick geht weiter nach vorn
Mit 30 Jahren gehört das Leipziger Messegelände zu den jüngsten in Deutschland. Diesen Vorteil gilt es zu erhalten. Investitionen in die Gelände- und digitale Infrastruktur und moderne Serviceangebote sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Veranstaltungsportfolios durch neue Formate, Zukäufe und Kooperationen schaffen dafür die Voraussetzungen.
Das Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass für einen Blick zurück. Es steht zugleich für die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Ortes, der seit drei Jahrzehnten Menschen, Branchen und Themen zusammenbringt – und damit Impulse für Leipzig, Sachsen und Mitteldeutschland setzt.
Ausstellung „30 Jahre neues Messegelände – Ort für Begegnung. Raum für Zukunft.“
Begleitet wird das Jubiläum von der eigens konzipierten Ausstellung „30 Jahre neues Messegelände – Ort für Begegnung. Raum für Zukunft.“ Sie erzählt die Geschichte der Leipziger Messe – von ihren mittelalterlichen Ursprüngen bis zum modernen Messe- und Kongressstandort. Die sechs als mobile Ausstellung konzipierten Themenwände zeigen, wie sich die Messe über Jahrhunderte entwickelt hat und welche Bedeutung sie heute für Leipzig und die gesamte Region besitzt. Zudem zeichnet sie wichtige Stationen aus drei Jahrzehnten nach und lädt dazu ein, bekannte Seiten der Leipziger Messe neu zu entdecken – und auch weniger bekannte Geschichten kennenzulernen.
Ihre Premiere feierte die Jubiläumsausstellung beim Sommerfest des sächsischen Ministerpräsidenten in der KONGRESSHALLE am Zoo Leipzig. Anschließend war sie im Messehaus, dem Verwaltungsgebäude der Leipziger Messe, zu sehen. Zum Abschluss führte ihr Weg zurück in die Leipziger Innenstadt, wo sie bis zum 24. Oktober 2026 Station in den Höfen am Brühl gemacht hat.
Jubiläumsausstellung: Unsere digitale Version
Hier sehen Sie die digitale Variante unserer Jubiläumsausstellung - eine deutsche Version wird in Kürze ebenfalls zur Verfügung stehen.